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Euro-Bargeld in der Schweiz: Nische mit Gewicht

Wie relevant ist der Euro im Schweizer Bargeldverkehr wirklich?
Warum spielt er trotz Franken-Dominanz eine Rolle – und wo liegen die grössten Chancen für Banken und Cash-Center? Unsere aktuelle Marktbefragung zeigt überraschende Einblicke und Potenzial für echte Effizienzsprünge.

Welche Rolle spielt der Euro im Schweizer Bargeldverkehr?
Value2go hat im Rahmen einer aktuellen Marktbefragung untersucht, wie Euro-Bargeld in der Schweiz genutzt, verarbeitet und zurückgeführt wird. Ziel war es, die Prozesse im Detail zu verstehen und Chancen für Effizienzsteigerungen aufzuzeigen.

Euro als Reise- und Grenzwährung
Der Bezug von Euro-Bargeld erfolgt in der Schweiz in erster Linie für Auslandsreisen, grenzüberschreitende Einkäufe oder durch Grenzgänger, die ihren Lohn in Euro beziehen. Wer in der Schweiz mit Euro bezahlt, stösst rasch an Grenzen: Das Rückgeld wird meist in Franken ausgegeben, was den Wechselkurs zum Kostentreiber macht. Während im Detailhandel oder in der Gastronomie der Euro eine Nebenrolle spielt, ist er im Luxussegment präsenter – etwa beim Kauf hochpreisiger Güter durch internationale Kundschaft. Auch Touristinnen und Touristen greifen vereinzelt zum Euro, allerdings bleibt der Anteil gemessen am Gesamtumsatz gering.

Milliardenvolumen im Umlauf
Das Volumen der Euro-Ausgabe in der Schweiz beläuft sich gemäss unserer Analyse auf 5,1 Milliarden Euro – rund zehn Prozent der Bargeldmenge in Schweizer Franken. Etwa 4,1 Milliarden Euro stammen aus Geld Ein- und Ausgabegeräten, eine Milliarde aus Bank- und Postfilialen.
Demgegenüber steht ein Rückfluss von lediglich 600 Millionen Euro. Der grösste Teil verbleibt im Umlauf oder fliesst über die Bargeldlogistik wieder ins Ausland. Recycling im Cash Center ist nur eingeschränkt möglich, da Qualität und Stückelung der Noten Grenzen setzen.
Cash-Center und Banken als Drehscheiben

Viele Banken haben ihre Euro-Dienstleistungen stark reduziert. Euro-Bargeld wird fast ausschliesslich über Geld Ein- und Ausgabegeräte ausgegeben; Bargeldversand ist für Banken kostengünstiger als die Ausgabe am Schalter.
Kleinere Institute in Kundennähe decken ihren Bedarf meist über grössere Banken oder Cash-Center. Dienstleister wie Loomis übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie sortieren, recyclen und transportieren das Bargeld – auch über die Landesgrenzen hinweg. Partnerschaften mit ausländischen Nationalbanken sind dabei essenziell.


Ein Geschäft mit Tücken – und Chancen
Unsere Analyse zeigt mehrere Herausforderungen:


– Qualität der Noten: Viele eingelieferte Euros sind stark abgenutzt und müssen manuell überprüft werden.
– Refinanzierung: Banken müssen hohe Summen vorfinanzieren, wenn sie Euro einkaufen – ein erheblicher Kostenfaktor.
– Verfügbarkeit: Frische Euro-Noten sind nicht jederzeit in der gewünschten Menge erhältlich; die Preise schwanken.

Gleichzeitig bietet der Eurohandel attraktive Geschäftsmodelle. Manche Banken finanzieren ihre Bargeld-Infrastruktur allein durch dieses Geschäft. Der Bedarf in Grenzregionen bleibt stabil, und auch der Tourismus sorgt für ein konstantes Grundvolumen.


Fazit: Potenzial für Automatisierung
Der Euro ist in der Schweiz kein Alltagsgeld – aber ein unverzichtbarer Bestandteil des Bargeldsystems. Für Banken, Dienstleister und Handel eröffnet er stabile Ertragsmöglichkeiten. Gerade hier sehen wir als Beratungsboutique eine wesentliche Chance: Ein über Jahrzehnte gewachsener, vielfach noch händisch geprägter Prozess kann durch gezielte Automatisierung erheblich effizienter und transparenter gestaltet werden. Wer früh auf moderne Lösungen setzt, senkt nicht nur Kosten, sondern stärkt auch seine Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Bargeldgeschäft nachhaltig.

Mit unserem Angebot der Analyse “Wertschöpfungskette Cash“ sind wir in der Lage, nicht nur die effektiven Kosten der Bargeldversorgung in CHF, sondern auch den eher etwas stiefmütterlich behandelten Kreislauf von Euro zu analysieren und Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich Kosten, Versorgungssicherheit und Erträge aufzuzeigen.

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